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„Neues Land für Bio-Bauern sichern“

Die neu gegründete OIKOPOLIS Foundation sucht den Dialog: am 20. und 21. Januar war der französische Experte für Landfreikauf René Becker Gast der Stiftung. In einem öffentlichen Vortrag und beim geschlossenen Workshop mit Mitgliedern der OIKOPOLIS-Stiftung legte er dar, wie „Terre de Liens“ im Nachbarland erfolgreich Boden gut macht – für den Biolandbau und damit im Sinne des Gemeinwohls.

Nicht nur In Luxemburg treiben Geldanleger auf der Flucht vor fallenden Zinsen die Bodenpreise in die Höhe. Doch Immobilienspekulation ist nicht der einzige Grund, der den Erhalt oder gar Ausbau von landwirtschaftlicher Nutzfläche erschwert. Viele Familienbetriebe werden zum Opfer einer kaum noch zeitgemäßen Generationenfolge. Sehr oft muss derjenige Nachkomme, der zur Betriebsübernahme bereit ist, die Geschwister „auszahlen“ und gefährdet so die Liquidität seines Hofes noch weiter, als dies in Zeiten verschärfter Konkurrenz durch industrialisierte Lebensmittelproduktion schon der Fall ist. Wird der Grund jedoch zwischen den Erben aufgeteilt und muss zurückgepachtet werden, ist das ebenfalls unrentabel für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

Andererseits gibt es in Zeiten eines gewachsenen Bewusstseins für Nachhaltigkeit immer mehr Menschen, die sich aktiv in die Biolandwirtschaft einbringen wollen: studierte Agrarwissenschaftler, engagierte Quereinsteiger oder ganze Teams, die gemeinsam einen Bio-Hof bewirtschaften wollen. Ohne eigenen Erbhof ist das kaum möglich. Deshalb liegt zumal im Biobereich eine Menge Motivation mangels Boden brach. Das zu ändern, ist das Ziel der OIKOPOLIS Foundation – und in vielen Punkten dient ihr „Terre de Liens“ als Vorbild.

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Das Vorbild zeigt: es geht!

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In nur zehn Jahren ist TdL aus einem 2003 gegründeten Verein gleichen Namens zu einem Netzwerk gewachsen, das flächendeckend in ganz (Kontinental-)Frankreich aktiv ist: der Association folgte drei Jahre später die Kapitalgesellschaft „La Foncière“, die als Beteiligungsgesellschaft solidarische Investments sammelt. Seit 2013 gibt es zudem eine gemeinnützige Stiftung, so dass finanzielle Zuwendungen privater oder institutioneller Anleger steuerlich begünstigt sind.

Mit den aus Spenden, Beteiligungen und Nachlässen gesammelten Fonds erwirbt TdL landwirtschaftliche Betriebe inklusive Haus und Hof, Feld, Wald und Wiese oder Weinberg. Angetragen werden den „Rettern“ die Objekte von den Vorbesitzern, eine fachkundige Prüfung ermittelt den gegenwärtigen und Zukunftswert des Betriebs. Besondere Wünsche der bisherigen Bewirtschafter werden berücksichtigt, die einzige Vorgabe, die TdL mit der Verpachtung der landwirtschaftlichen Betriebe an neue Betreiber verknüpft, ist die Bedingung, biologisch oder biodynamisch zu wirtschaften. Ansonsten genießen alle Übernahme-Interessenten gleiche Chancen – ob Quereinsteiger oder Bauernkind, Branchenkenner und Neuling. So konnten bis Ende 2019 schon 207 Höfe erworben und 5.500 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gerettet werden.

Bodenfreikauf kostet Geld…

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„Wir wollen den Boden freikaufen“, sagt dazu René Becker, „und zwar für lange Zeit!“ Deshalb werden die Pachtverträge nicht nur zu moderaten Preisen geschlossen, sondern auch für mindestens sieben Jahre. Und auch danach soll das biologisch bewirtschaftete Land, falls die Betreiber sich umorientieren, dem Biolandbau erhalten bleiben – dann wird eben ein neuer Pächter gesucht. Doch das ist gar nicht nötig, denn in Frankreich gibt es mehr Interessenten für eine Bio-Hof-Gründung oder –Übernahme via „Terre de Liens“ als Land, das vom assoziativen Solidarnetzwerk vermittelt werden kann. Ermöglicht wird die Arbeit durch eine solide finanzielle Basis – die Foncière verfügt aktuell über 80 Mio EUR, die Stiftung hat ein Eigenkapital von 1,9 Millionen.

Der Luxemburger Weg: OIKOPOLIS Foundation

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Zumindest beim Stiftungskapital kann die neu gegründete OIKOPOLIS Foundation schon mithalten: derzeit beläuft sich ihr Vermögen auf 2,24 Mio EUR. Um in Sachen Landfreikauf „Terre de Liens“ nachzueifern, sind Spendengeldern nicht nur willkommen, sondern nötig, denn um Luxemburger Boden der Immobilienspekulation zu entziehen, braucht es gut gefüllte Geldbeutel…

Einstweilen widmet sich die OIKOPOLIS Foundation weiteren Aspekten ihres Stiftungsauftrags. Dieser besteht darin, eine zukunftsfähige Landwirtschafts- und Ernährungskultur zu fördern – durch die Entwicklung neuer Rechts- und Eigentumsformen für die Bodennutzung, aber auch durch Forschung, Beratung und Ausbildung auf dem Gebiet der nachhaltigen Landwirtschaft inkl. ökologischer Saatgutzüchtung.

Die Optimierung biologischer und biodynamischer Methoden, weitreichende Beiträge zu Umwelt- und Naturschutz sowie zur Umwelt- und Naturpädagogik sind also weitere Facetten des selbst gestellten Auftrags, den die OIKOPOLIS Foundation sich vorgenommen hat – im Sinne des Gemeinwohls bzw. zum Wohle der Allgemeinheit.

Wer diese Arbeit finanziell oder ideell unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.

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Zur Beantwortung weiterer Fragen und Bestellung von Informationsmaterial wenden Sie sich bitte an foundation@oikopolis.lu