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Was macht Bio aus?

„Bio“ steht für eine ganzheitlich-nachhaltige Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebensmittel mittels möglichst schonender Landbewirtschaftungsmethoden. Chemisch-synthetische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel sowie Gentechnik sind tabu. Ob Milchkuh, Schwein oder Henne: alle Tiere werden wesensgerecht gehalten. Das bedeutet ausreichend Platz, Auslauf, frische Luft, qualitativ hochwertiges Bio-Futter und die Möglichkeit, dass die Tiere ihre natürlichen, wesensgemäßen Verhaltensweisen ausleben können. Die prophylaktische Verabreichung von Antibiotika und die Zugabe wachstumsfördernder Mittel sind verboten.

Bio-Produkte gehören zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Die Endprodukte sind frei von künstlichen Farbstoffen, Konservierungsmitteln und Geschmacksverstärkern, denn auch die Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln unterliegt strengen Auflagen. Dies spiegelt sich im unverkennbar natürlichen Geschmack wider.

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Pflanzenbau

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Konventionell

Im konventionellen Pflanzenbau haben sich Monokulturen aus ökonomischen Gründen etablieren können: Auf großen Flächen wird oft über mehrere Jahre hinweg nur eine Pflanzenart angebaut – zum Beispiel nur Getreide oder nur Mais. Identische Pflanzen entziehen dem Boden jedoch immer dieselben Nährstoffe und mindern so auf Dauer seine Ertragskraft. Zudem begünstigen Monokulturen die Anpassungsfähigkeit und Resistenz von Unkraut, Pflanzenschädlingen und -krankheitserregern. Darauf wird nicht selten mit einem noch höheren Pestizid- und Düngemitteleinsatz geantwortet, was die Böden zusätzlich auslaugt und letztendlich unfruchtbar macht.

Bio

Der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ist das primäre Ziel im Bio-Landbau. Es werden in der Regel verschiedene Getreide- und Gemüsesorten in Mischkulturen nebeneinander angebaut – mit jeweils alternierenden Fruchtfolgen. Der meist im Jahresturnus wechselnde Feldfruchtanbau sorgt für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und fördert den für die Wasser- und Nährstoffspeicherung so wichtigen Humusaufbau. Zudem hilft die Fruchtfolge, Unkräuter und Schädlinge zu unterdrücken, da deren Wachstumsbedingungen immer wieder unterbrochen werden.

Speziell der Anbau von Leguminosen innerhalb der Fruchtfolge ist ein Kernelement der Bio-Landwirtschaft. So sorgt Kleegras, eine Mischkultur aus Gräsern und Leguminosen, für stabile Ackerkrumen, da Leguminosen den Stickstoff aus der Luft binden und diesen wichtigen Pflanzennährstoff auf natürliche Weise für folgende Kulturen wie z.B. Brotweizen verfügbar machen können.

Pflanzenschutz

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Konventionell

Die konventionelle Landwirtschaft ist von einer Vielzahl chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel abhängig. Allein in Deutschland sind mehr als 250 Wirkstoffe zugelassen. Insektizide, Fungizide und Herbizide werden zur Bekämpfung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen eingesetzt, bedrohen dabei aber nicht nur wichtige natürlich vorkommende Nützlinge, sondern auch die Nahrungsrundlage zahlreicher Vögel und Insekten. Während die Wirksamkeit von Pestiziden aufgrund vermehrter Resistenzen bei den Schädlingen abnimmt, können die Pestizide aufgrund ihrer geringen Abbaufähigkeit selbst nach Jahrzenten noch im Boden nachgewiesen werden und als Rückstände über Luft und Wasser in die Umwelt und die Nahrungskette gelangen. Besonders umstritten sind die sogenannten Neonicotinoide, die ein hohes Risiko für Wild- und Honigbienen darstellen.

Bio

Der biologische Pflanzenschutz stärkt die pflanzeneigenen Abwehrkräfte. Standort- und Sortenwahl, richtige Saatzeitpunkte, Mischkulturen und wechselnde Fruchtfolgen wirken auf natürliche Weise Schädlingen, Krankheiten und Unkraut entgegen. Ergänzend haben sich das Absammeln von Schädlingen, der Einsatz pflanzenstärkender Naturpräparate sowie mechanische Maßnahmen wie das Hacken, Striegeln oder Abflammen von Unkrautkeimlingen als gängige Praktiken bewährt. Durch den kompletten Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide wird nicht nur eine Verunreinigung der Grund- und Oberflächengewässer verhindert. Auch Nützlinge wie Marienkäfer und Ohrenkneifer, die Blattläuse und Spinnmilben fressen, Regenwürmer oder blütenbestäubende Insekten bleiben vom Chemieeinsatz verschont. Dasselbe gilt natürlich für alle in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen. Pestizidrückstände in Bio-Lebensmitteln sind aufgrund von Fremdverschmutzungen von nahe gelegenen konventionell bewirtschafteten Flächen nicht immer völlig auszuschließen, die gemessenen Werte liegen aber weit unter dem Niveau, das konventionelle Flächen aufweisen.

Düngung

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Konventionell

Chemisch-synthetische Düngemittel sind, wie Pestizide auch, ein von internationalen Chemie-Konzernen gesteuertes Milliardengeschäft und in der konventionellen Landwirtschaft weit verbreitet. Zwar benötigen Pflanzen wachstumsfördernde Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, sie können jedoch nur eine bestimmte Menge davon aufnehmen. Was zu viel ist, gelangt in den Boden und bringt dessen Nährstoffdynamik aus der Balance. Auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen und rund um Betriebe mit übermäßigem bzw. „flächenungebundenem“ Tierbestand wird zudem ein erhöhter Nitratgehalt in Boden und Wasser gefunden. Eine Ursache dafür sind Urin und Kot von Nutztieren. Dieser eigentlich wertvolle organische Wirtschaftsdünger wird zunehmend zum sogenannten „Gülle-Problem“: eine umweltverträgliche Entsorgung der täglich anfallenden Menge ist kaum noch machbar. Doch Nitrat – der Ausgangsstoff des gesundheitsgefährdenden Nitrits – stammt nicht nur aus tierischen Exkrementen. Auch aus zugekauften, leicht wasserlöslichen Mineraldüngern gelangt es in Bäche, Flüsse und andere Oberflächengewässer sowie schlussendlich ins Grundwasser, wo es wiederum zu Nitrit wird und das Trinkwasser belastet. Zudem führt jede Form der Überdüngung zur Massenvermehrung von Algen und belastet auch dadurch die Gesundheit von Mensch und Tier.

Bio

Ein grundlegender Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft besteht darin, dass nicht die kurzfristige Produktivitätssteigerung, sprich: die isolierte Nährstoffversorgung der Pflanze, das Ziel ist, sondern die Fruchtbarkeit des Bodens. Diese kann durch wechselnde Fruchtfolgen, Stickstoff spendende Hülsenfrüchte (Leguminosen), das Unterpflügen stickstoffhaltiger Pflanzen (Gründüngung) und organische Dünger wie Komposterde, Mist, Gülle und Jauche erhöht werden. Die Anzahl der im Ökolandbau zugelassenen Mineraldünger ist minimal. Ihr Einsatz darf nur anhand von Bodenanalysen und bei nachgewiesenem Bedarf nach Zustimmung einer offiziellen Ökokontrollstelle erfolgen. Chemisch-synthetische Stickstoffdünger (Ammonium und Nitrat), Chilesalpeter und Harnstoffe sowie leichtlösliche Phosphordünger sind grundsätzlich überhaupt nicht zugelassen.

Durch den verantwortungsvollen Umgang mit Düngern in der Bio-Landwirtschaft gelangt deutlich weniger Stickstoff in den Boden. Auch von der ökologischen Viehhaltung geht eine geringere Belastung aus, da die Anzahl der Nutztiere an die hofeigenen Futtermittelflächen gebunden ist. Damit werden auch nur so viele Nährstoffe in Mist und Gülle ausgebracht, wie von den Pflanzen aufgenommen werden können. So werden hohe externe Kosten vermieden, die durch den Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft entstehen und von der Allgemeinheit, z.B. für Wasserkontrolle und -aufbereitung, getragen werden.

Tierhaltung

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Konventionell

Die bäuerliche Tierhaltung ist weitestgehend der industriellen, flächenunabhängigen Tierhaltung gewichen. Hier haben Quantität und Preis der Fleischproduktion höchste Priorität, was dazu führt, dass die Tierhaltung rein ökonomischen Zielen angepasst wurde. Die logische Konsequenz sind hohe Tierzahlen, wenig Platz, Qualzucht, d.h. die Förderung von Merkmalen, die für die Tiere mit Schmerzen, Schäden und/oder Verhaltensstörungen verbunden sind, industrialisierte Abläufe von der Geburt bis zur Schlachtung sowie die Verabreichung diverser Medikamente. Insbesondere der prophylaktische Antibiotika- und Probiotika-Einsatz kann über den Eintrag der Ausscheidungen in Boden und Wasser zu Umweltbelastungen führen und durch die Anreicherung in der Nahrungskette Resistenzen begünstigen, die auch Wirkstoffe aus der Humanmedizin unwirksam machen.

Bio

Der Kreislauf zwischen Boden, Pflanze, Tier und Mensch soll im Biolandbau möglichst geschlossen sein. In diesem Sinne ist die Tierhaltung von fundamentaler Bedeutung, da die tierischen Exkremente die nötigen Nährstoffe für die Anbaufläche liefern. Um eine übermäßige Belastung von Boden und Wasser zu vermeiden, gehört es jedoch zum biologischen Grundgedanken, für eine möglichst enge Bindung zwischen tierischer Erzeugung und Futtermittelflächen zu sorgen, sodass die Viehbestände und damit auch die Umweltbelastung pro Fläche deutlich geringer sind.

Nutztiere werden von ihrer Geburt bis zur Schlachtung so wesensgerecht wie möglich gehalten. Sie sollen ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können und Zugang zu Auslauf- oder Weideflächen haben. Eine Tierhaltung auf Vollspaltenböden ist nicht zulässig. Tiere erhalten weitestgehend biologisch erzeugtes Futter, das in der Regel gentechnikfrei vom eigenen oder einem kooperierenden Hof kommt. Nur in Ausnahmefällen, wenn z.B. bestimmte Eiweißqualitäten in biologischem Futtermittel nicht verfügbar sind, darf konventionelles Futter zugekauft werden. Hochangereicherte Futtermittel zur Beschleunigung der Gewichtszunahme sind jedoch verboten. Tierkrankheiten werden nicht prophylaktisch mit Antibiotika behandelt, stattdessen werden pflanzliche und homöopathische Medikamente bevorzugt.

Artenvielfalt

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Konventionell

Für die Artenvielfalt ist generell neben der Anbaumethode und -intensität auch die Anzahl an unterschiedlichen Lebensräumen entscheidend. Die anhaltende Intensivierung und Industrialisierung der konventionellen Landwirtschaft und die damit verbundenen Begleiterscheinungen wie Monokulturen, vermehrter Flächenverbrauch, Flurbereinigung, Landschaftszerschneidung, Schwermaschineneinsatz und beschleunigter Klimawandel haben unmittelbare Auswirkungen auf Flora und Fauna. In der konventionellen Landwirtschaft führen zudem der erhöhte Einsatz von Pestiziden und die Ausbringung chemisch-synthetischer Stickstoffdünger zu einem Rückgang der biologischen Vielfalt.

Bio

Abwechslungsreiche Fruchtfolgen und Mischkulturen begünstigen die allgemeine Biodiversität auf Bio-Äckern. Auch die Nutzpflanzenvielfalt, die sich z.B. im Anbau alter Sorten wie Einkorn und Emmer bemerkbar macht, unterstützt die Biodiversität und damit die Stabilität des Ökosystems. Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und das niedrige Düngeniveau wird die Vielfalt des Tier- und Pflanzenlebens zusätzlich gefördert. Biobauern erbringen im Vergleich zu ihren konventionellen Kollegen deutliche Mehrleistungen zugunsten der Biodiversität. Sie sorgen nachweislich für mehr naturnahe Flächen wie Hecken, Wiesen, Weiden, Wildblumenstreifen und Brachen, welche Insekten, Vögeln und Niederwild ein Leben im Einklang mit der Landwirtschaft ermöglichen. Laut Studien beherbergen sie wesentlich mehr Arten als konventionell bewirtschaftete Flächen, wozu auch viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten gehören.

Gentechnik

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Konventionell

Im Rahmen der Gentechnik werden völlig neue Methoden zur Züchtung neuer landwirtschaftlicher Sorten verwendet. Unter anderem ist dadurch der Einbau tierischer oder menschlicher Genabschnitte in landwirtschaftlich genutzte Pflanzen möglich. Solche Vorgänge finden im Rahmen der natürlichen Evolution nicht statt. Durch den massiven Einsatz von Gentechnik in der konventionellen Landwirtschaft ist beispielsweise bereits die Hälfte des weltweit angebauten Sojas gentechnisch verändert. Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sind schwer einzuschätzen, vor allem weil es durch genetische Eingriffe zu ungewollten Veränderungen im Erbgut kommen kann. Alle sogenannten „Biotechnologien“ werden weltweit von einer Handvoll multinationaler Konzerne vorangetrieben, welche die Abhängigkeit der Landwirte immer weiter erhöhen.

Bio

Der aktive Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist gemäß EU-Öko-Verordnung verboten. GVO und aus oder mittels GVO hergestellte Erzeugnisse dürfen nicht als Lebensmittel, Futtermittel, Verarbeitungshilfsstoff, Pflanzenschutzmittel, Düngemittel oder Saatgut eingesetzt werden. Stattdessen arbeiten Biobauern mit natürlich gezüchteten, robusten Pflanzensorten und Tierrassen und deren unverfälschtem genetischem Potenzial. Zudem gewinnt die Züchtung samenfester, also nachbaufähiger, Obst- und Gemüsesorten in der Bio-Szene zunehmend an Bedeutung. Trotz des strikten GVO-Verbots können auch bei Bio-Lebensmitteln unbeabsichtigte Beimischungen genetisch veränderter Organismen aufgrund von Cross-Kontaminationen und der generellen Unkontrollierbarkeit von GVOs nicht immer zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Das Verursacherprinzip greift hierbei nicht.

Klimawirkung

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Konventionell

Klimaveränderungen durch den Treibhausgaseffekt sind ein globales Problem, das aufgrund der sich verändernden Temperatur und Niederschlagsmengen auch die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellt. In der Landwirtschaft werden drei Klimagase ausgestoßen: Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O) und Methan (CH4). Weltweit ist die Landwirtschaft für rund 13 Prozent dieser Gase verantwortlich. Die meisten CO2-Emissionen sind vor allem auf den hohen Energieverbrauch bei der Herstellung von chemischen Mineraldüngern und Pestiziden zurückzuführen. Zur Erzeugung von einem Kilo Stickstoff werden etwa zwei Liter Erdöl verbraucht. Lachgasemissionen (rund 300-mal schädlicher als CO2) stehen vorrangig mit der Ausbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln und Stallmistlagerung im Zusammenhang. Methan (25-mal schädlicher als CO2) wird bei der Lagerung von Mist oder Gülle freigesetzt und entsteht u.a. beim Verdauungsprozess von Wiederkäuern, insbesondere Rindern. Eine in der konventionellen Tiermast übliche rohfaserarme Fütterung und ein hoher, flächenungebundener Viehbesatz erhöhen die Methan-Emissionen.

Bio

Das Verbot chemisch-synthetischer Pestizide und Düngemittel führt zu einer Senkung des Energieverbrauchs und zugleich zu einer Reduzierung von klimaschädlichen Gasen wie CO2 oder Lachgas. Dauergrünland, das u.a. der Ernährung von Wiederkäuern dient, bindet CO2 und ist damit ein wichtiger Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz. Zudem können biologisch bewirtschaftete Böden aufgrund ihres höheren Humusgehalts mehr überschüssigen Kohlenstoff aus der Luft binden. Ein geringerer Tierbestand durch eine flächengebundene Landwirtschaft ist die effizienteste Maßnahme, um Methan-Emissionen zu reduzieren. Zudem trägt eine nährstoffreiche, gut verdauliche Grünfutternahrung zu einer Minderung der Methan-Emissionen bei.

Verarbeitung

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Konventionell

In konventionellen Lebensmitteln steckt oft mehr, als man vermuten würde – und weniger von dem, was eigentlich darin sein sollte. Zählt man alle zugelassenen Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Aromen, Konservierungsmittel, Säureregulatoren, Süßstoffe, Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungsmittel, Geliermittel, Rieselhilfen und Geschmacksverstärker zusammen, kommt man allein in Europa auf eine Liste von fast 400 Zusatzstoffen. Der Großteil von ihnen wird auf dem Produkt lediglich mit der entsprechenden sogenannten europäischen „E-Nummer“ gekennzeichnet. Viele dieser Zusatzstoffe beeinflussen Geschmack, Konsistenz und Aussehen des Lebensmittels so stark, dass sich Konsumentinnen und Konsumenten an genau diesen standardisierten Geschmack gewöhnt haben und erst im direkten Vergleich mit natürlich verarbeiteten Lebensmitteln den Unterschied sehen, riechen und schmecken. Der Einsatz von Konservierungsmethoden beginnt im konventionellen Bereich bereits direkt nach der Ernte mit der Bestrahlung von Obst und Gemüse mit ionisierenden Strahlen zwecks Entkeimung und Verlängerung der Haltbarkeit.

Bio

Im Gegensatz zur Herstellung konventioneller Produkte sichert die EU-Öko-Verordnung nicht nur die Lebensmittelsicherheit des Endprodukts, sondern garantiert eine zertifizierte Produktionskette von der Landwirtschaft bis in den Handel. Bei verarbeiteten Produkten kommt nur ein Minimum an absolut notwendigen Zusatzstoffen zum Einsatz. Insgesamt sind es nur rund ein Zehntel der in der konventionellen Lebensmittelwirtschaft zugelassenen Stoffe, einige private Anbauverbände wie z.B. Demeter kommen mit noch weniger Zusätzen aus.

Alle Bio-Produkte sind frei von künstlichen Farbstoffen, Geschmacksverstärkern, künstlichen und „naturidentischen“ Aromastoffen sowie synthetischen Süßstoffen und Stabilisatoren. Die Zutatenliste ist somit deutlich überschaubarer und verständlicher. Die Behandlung mit ionisierenden Strahlen ist bei Bio nicht erlaubt. Zusatz- und Hilfsstoffe dürfen nur zum Einsatz kommen, wenn das betreffende Bio-Lebensmittel nachweislich nicht ohne diese auskommt. Dazu zählen z.B. pflanzliche Verdickungsmittel, Backtriebmittel oder Emulgatoren, ohne die sich bestimmte Produkte einfach nicht herstellen lassen. Natürliche Aromen und Aromaextrakte aus den namengebenden Früchten sind in Einzelfällen für bestimmte Produkte zulässig. Die Zugabe von künstlichen Vitamin- und Mineralstoffzusätzen ist nur unter bestimmten Umständen erlaubt, z.B. bei der Herstellung von diätischen Lebensmitteln oder Babynahrung.

Kontrolle

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Konventionell

Verantwortlich für die Lebensmittelsicherheit sind in erster Linie die Lebensmittelunternehmen selbst. Im Rahmen ihrer betrieblichen Eigenkontrollen müssen sie den gesetzlichen Sicherheits- und Qualitätskontrollen gerecht werden. Die amtliche Lebensmittelüberwachung ist sozusagen die „Kontrolle der (Eigen-)Kontrolle“, das bedeutet, sie stellt die Wirksamkeit der betrieblichen Eigenkontrollen auf den Prüfstand. In Luxemburg sind, wie in vielen anderen Ländern auch, gleich mehrere Verwaltungen für die Lebensmittelkontrolle zuständig: angefangen beim Zoll über die Lebensmittelsicherheitsabteilung des Gesundheitsministeriums, das Veterinärsamt und die Verwaltung der technischen Dienste im Agrarbereich (ASTA) bis hin zur Behörde für Sicherheit und Qualität der Lebensmittelkette (OSQCA). Kontrolliert werden neben Lebensmitteln auch das Tierfutter oder die Hygiene in Kantinen und Restaurants. Auch die Präsenz nicht zugelassener GVOs (gentechnisch veränderter Organismen) wird untersucht.

Bio

Bio-Lebensmittel sind die am strengsten überwachten Lebensmittel. Sie unterliegen sowohl der EU-Öko-Verordnung als auch der nationalen Gesetzgebung, die beide Mindeststandards definieren. Um zu gewährleisten, dass die Kontrollen in allen EU-Ländern gleichwertig sind, müssen alle zugelassenen Kontrollstellen gewisse EU-Mindestnormen hinsichtlich Qualitätsmanagement und Dokumentation erfüllen. Das Kontrollsystem schließt alle Verarbeitungsstufen ein. So wird bei der Brotherstellung der Landwirt kontrolliert, der das Getreide anbaut, die Erzeugergemeinschaft oder Genossenschaft, die das Getreide bündelt, die Mühle, die das Getreide mahlt sowie der Bäcker, der daraus Brot backt.

Gemäß der EU-Verordnung muss jeder Betrieb mindestens einmal pro Jahr kontrolliert werden. Ein Landwirt muss anhand seiner Dokumente und Bücher nachweisen, dass er entsprechend der EU-Öko-Verordnung wirtschaftet. An die Überprüfung der Dokumente schließt sich eine Betriebsbesichtigung an. Ist der Bauer oder Verarbeiter Mitglied eines Anbauverbandes wie z.B. Bioland oder Demeter, muss er auf zusätzliche Anforderungen geprüft werden. Neben den Öko-Kontrollen unterliegen alle Bio-Betriebe auch der ganz normalen Lebensmittelüberwachung sowie der routinemäßigen Qualitätssicherung innerhalb der Herstellerfirmen.