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Image: Veganschulung

NATURATA-Verkaufspersonal und Küchencrew besuchen Schulung zur Veganen Ernährung

4.11.2013


Am 29. und 30. Oktober hatten dreißig NATURATA MitarbeiterInnen die Gelegenheit, von ausgewiesenen Experten für vegetarische und vegane Ernährung geschult zu werden. Dr. Markus Keller, Mitautor eines wissenschaftlichen Standardwerks über vegetarische Ernährung, und die Ernährungswissenschaftlerin Edith Gätjen informierten über die Vor- und Nachteile einer veganen Ernährung in Theorie und Praxis.

Die Theorie umfasst dabei zunächst zwei Teile: eine Einführung in die Historie der veganen und vegetarischen Ernährung und Ausführungen zur Motivation heutiger VerbraucherInnen für eine solche Ernährungsweise. Danach ging es an den durchaus spannenden Praxistest. Ausgiebig wurden sowohl die veganen Fleisch- und Käsealternativen aus dem NATURATA-Sortiment (Tofu, Seitan, Lupine bzw. analoger Frischkäse mit Kräutern) als auch aus veganen Zutaten selbst gemachte Schokoaufstriche und Backwaren (Zucchinikuchen und Apfel-Ingwerkuchen) verkostet.

Auch einzelne Ersatzprodukte wie Hafermilch, Reissahne, Sojajoghurt, Tofu, Seitan oder glutenfreie Vollwertgetreide und deren Verwendung in Alltagsgerichten wurden besprochen.

Alternative Ernährung = Klimarettung?

Ein kritisches Augenmerk richteten die Referenten anschließend auf die Vor- und Nachteile einer veganen Ernährung für Klima, Umwelt und eigenes Wohlergehen. Dabei kamen nicht nur die unbestreitbar positiven Analyseergebnisse zur Sprache – geringeres Risiko für Krebs, Diabetes, Rheuma, Herz-/Kreislauferkrankungen und insgesamt längere Lebensdauer. Auch die gesundheitlichen Risiken einer veganen Ernährung z.B. für Kleinkinder wurden benannt und auf die Notwendigkeit der Substitution bestimmter Vitamine und Mineralien (B 12, B 2, Kalzium, Eisen, Zink, Jod) durch ausgewählte Nahrungsmittel hingewiesen, ohne die gesundheitsgefährdende Mangelerscheinungen auftreten können.

Klima und Umwelt werden den Schulungsleitern zufolge massiv von einer alternativen Ernährungsweise beeinflusst. So reduziert ein geringerer Verbrauch tierischer Eiweiße in der Nahrung nachweislich den Wasserverbrauch, den CO2- Ausstoß und die Überdüngung der Gewässer bei der Lebensmittelproduktion. Diese Aspekte werden schon durch den Umstieg von konventionell erzeugten auf biologisch angebaute Lebensmittel merklich verbessert, doch die Einschränkung tierischer Produkte in der Nahrung erhöht die positive Wirkung noch weiter.

In der darauf folgenden Gruppendiskussion wurde herausgearbeitet, dass sich Vegan- und DEMETER-Bewegung in ihren Kernpunkten einig sind: bei konsequenter Einhaltung des Hofkreislaufs werden nur so viele tierische Produkte erzeugt, wie mit hofeigenen Mitteln machbar ist. Weder muss energiereiches Kraftfutter importiert werden noch entsteht ein Übermaß an tierischen Fäkalien, die aufgrund der Qualität und Mengen nicht mehr geeignet sind für die Düngung der Hofflächen und sogar entsorgt werden müssen, wie dies in der konventionellen Landwirtschaft allzu oft der Fall ist. Tiere werden artgerecht gehalten und der Verzehr tierischer Produkte wird auf ein Maß reduziert, das mit den Möglichkeiten einer nachhaltigen Produktion Schritt hält. Dies kommt allen zugute: dem Menschen, dem Tier und der Umwelt.