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Aktuell - NATURATA informiert: Zur Fernsehsendung WISO im ZDF am 5.8.2013 um 19:25 Uhr

6.8.2013


„Gentechnik in Biomärkten“

In dieser Fernsehsendung wurde CMS (cytoplasmatisch männliche Sterilität)- Hybrid-Bio-Saatgut als GVO (gentechnisch veränderte Organismen) dargestellt. Tatsache ist, dass CMS-Sorten nicht unter das Gentechnikrecht fallen und laut EU-Bio-Verordnung erlaubt sind. Da aber die CMS-Technik die Integrität der Pflanze verletzt und zudem die Landwirte und Gärtner in eine totale Abhängigkeit von auf maximale Rendite orientierte Saatgutfirmen bringt, wurden Saatgutsorten, die mit der CMS-Technik hergestellt werden, bereits 2005 vom Demeter Verband in Deutschland ausgeschlossen. Dies gilt für alle Produkte, die mit „Demeter“ gekennzeichnet sind. Weitere Verbände wie Bioland und Naturland folgten einige Jahre später und haben die CMS-Technik ebenfalls verboten.

Der reißerische Titel der Sendung entspricht somit nicht der ganzen Wahrheit und schießt damit über das Ziel hinaus. Einseitig war die Darstellung insofern auch, weil die zum Teil sehr erfolgreichen Bemühungen einiger Initiativen aus dieser Klemme heraus zu kommen, nicht erwähnt wurden. Nichtsdestotrotz kann man die Sendung begrüßen, weil damit ein wunder Punkt in der Bio-Welt breit thematisiert wurde, der bisher nur relativ wenig über die Insider-Szene hinaus bekannt war.

FAIR-BREEDING, eine Alternative

„Saatgut hat eine Schlüsselfunktion für die Landwirtschaft und den Gemüseanbau. Durch den Anpassungsdruck der Wirtschaft wurde die Sortenvielfalt enorm reduziert. Betreffend der Nahrungsqualität ist das Kulturgut heute durch technische Eingriffe (CMS und Gentechnik) sowie auch Hybridzüchtungen massiv degeneriert und nicht mehr nachbaufähig…“ so die Präambel eines Faltblatts über das Kooperationsprojekt zwischen Naturata International - Gemeinsam Handeln e.V. und Kultursaat e.V., das die ökologische Pflanzenzüchtung weiterbringt.

Maßgeblich von NATURATA Luxemburg initiiert entstand im Jahr 2007 bei einem Treffen mit Kultursaat e.V. die Idee, die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung zu fördern. Das Projekt wurde dann zusammen mit allen an der Wertschöpfungskette Beteiligten (Saatgut-Züchter, Bauern und Gärtner, Großhändler und Einzelhändler) am Runden Tisch in einem Marktgespräch unter dem Begriff FAIR-BREEDING (fair züchten) konkretisiert. Die Unterstützer von FAIR-BREEDING, zu denen von Anfang an alle NATURATA-Filialen in Luxemburg gehörten, haben sich vertraglich verpflichtet, einen Anteil ihres Obst- und Gemüseumsatzes an die Initiative abzuführen. Die so zur Verfügung gestellten Mittel fließen beim Verein Kultursaat e.V. in erster Linie in die Züchtungsarbeit von Blumenkohl. Denn Blumenkohl ist in besonderer Weise vom Verschwinden nachbaufähiger Marktsorten und der massiven Einführung von CMS-Sorten bedroht.

Somit unterstützt jeder Konsument durch seinen Einkauf in den NATURATA-Läden eine Züchtung, die dafür sorgt, dass in Zukunft qualitativ hochwertige Bio-Pflanzensorten zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:

http://www.bingenheimersaatgut.de/media/content/redaktionelle_berichte/2011_redaktion.pdf

http://www.kultursaat.org/pdf/biohandel08.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Cytoplasmatisch-m%C3%A4nnliche_Sterilit%C3%A4t

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1953648/WISO-Sendung-vom-5-August-2013