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Abb.: Aline, 35, erzählt, was ihre Familie dank „Amis du Kivu“ erreicht hat

Erfahrungsberichte aus Süd-Kivu: Was Aline und andere erzählen

28.11.2017


Sechs Wochen lang, vom 1.12.2017 - 15.1.2018, läuft die Weihnachtsaktion von NATURATA Luxemburg, bei der Sie Ihre Einkaufsmarken für einen guten Zweck spenden können.

Über unseren neuen Kooperationspartner, die NGO SOS Faim, wollen wir in Süd-Kivu (Kongo) eine nachhaltige ländliche Entwicklung fördern und so den Menschen der Region eine Zukunftsperspektive bieten.

Lesen Sie hier, wie SOS Faim und deren lokaler Kooperationspartner „Amis du Kivu“ die Menschen vor Ort mit Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen:

Aline Mwama Gadju, 35 Jahre, verheiratet, 5 Kinder:

„Mein Mann und ich sind Bauern. Dank „Amis du Kivu“ habe ich das Kompostieren erlernt, und das hat den Ertrag meiner Kulturen gesteigert. Durch den Verkauf meiner Kompost-Überschüsse konnte ich dann auch meine Einkünfte steigern.

Dank dieser Entwicklung kann ich meine Kinder zur Schule schicken, auch wenn das nicht immer regelmäßig ist.“


Pascasie Mwamudekere, 60 Jahre, Witwe, 8 Kinder zwischen 20 und 35 Jahren, davon 3, für deren Unterhalt sie aufkommt:

„Ich bin Bäuerin und habe mich nach dem Tod meines Mannes der Bauerngruppe meines Dorfs angeschlossen (Chagera im Gebiet von Katana), um einen Weg zum Überleben zu finden.

Dank „Amis de Kivu“ habe ich gelernt, Kompost zu machen und organischen Dünger von der Ziege, die ich bekommen habe.

Jetzt habe ich drei Hühner und zwei Ziegen und konnte ein Haus aus Brettern mit einem Blechdach bauen.“

Rémy Kajibwami, 36, verheiratet, 4 Kinder zwischen 1 Woche und 7 Jahren:

„Leider habe ich keinen Job gefunden, obwohl ich in Bukavu einen Bachelorabschluss gemacht habe. Also bin ich in mein Heimatdorf zurückgekehrt und lebe von Ackerbau und Viehzucht.

Dank „Amis du Kivu“ habe ich Weiterbildungen besucht, bei denen ich gelernt habe, Gemüsegärten anzulegen und dabei Kompost und Mist zu benutzen, was mir ein besseres Einkommen beschert hat. Dank dieser Entwicklung konnte ich die Schulgebühren der Kinder und die Arztkosten für meinen Ältesten bezahlen, der krank geworden war.

Jetzt möchte ich mir gerne Hühner kaufen und einen Bienenstock anlegen, um Honig und Eier zu verkaufen.“



Marianne Mwamutijima, 33, verheiratet, 3 Kinder zwischen 3 und 10 Jahren:

„Dank „Amis du Kivu“ habe ich verstanden, wie wichtig es ist, unsere Umwelt zu erhalten, damit aktuelle und künftige Generationen in Würde auf unserem Boden leben können.

Früher habe ich nach jeder Ernte das Unkraut auf meinem Feld verbrannt, um den Boden fruchtbar zu machen… Ohne zu wissen, dass ich in Wirklichkeit mein Feld zerstört habe – meine einzige Einkommensquelle…

Heute betreibe ich Agroforstwirtschaft. Mit Samen von „Amis du Kivu“ habe ich Grevillea Robusta gepflanzt. Das ist ein schnellwachsender Baum, den ich für Brennholz nutzen kann, und der die Erosionsgefahr vermindert.

Außerdem baue ich Bohnen, Maniok und Soja an. Dank dieses Gemengeanbaus konnte ich meine Produktion steigern – mit Achtung vor meinem Land, das ja auch das Land meiner Kinder ist.“


Jacques, 52, hat vor einigen Jahren ein Zicklein bekommen. Heute umfasst sein eigener Bestand vier Ziegen, sechs weitere hat er bereits an andere Dorfbewohner verschenkt.

„Von „Amis du Kivu“ habe ich eine Ziege bekommen. Heute habe ich vier davon, und ich habe den Leuten aus meinem Dorf geholfen, indem ich sechs Nachbarn je ein Zicklein geschenkt habe. Ein Tierarzt hat mir Ratschläge gegeben, wie ich für meine Tiere sorgen kann.

Dank dieses Tierbestands habe ich die Fruchtbarkeit meines Felds verbessert, indem ich dort Dünger ausgebracht habe. Und meine Kinder sind besser ernährt, weil sie jetzt regelmäßig Ziegenmilch trinken.“




Jeanne Siffa, 39, 7 Kinder, besitzt eine Parzelle von einem halben Hektar, auf der sie Maniok, Erdnüsse oder Mais angebaut hat.

Infolge des 2. Kongokriegs von 1998 bis 2004 musste Marianne fliehen und hat alles verloren: Grund und Boden, Geräte, Tiere, Ernte, Saatgut.

Die lokale NGO „Amis du Kivu“ hat ihr beim Neustart geholfen, indem sie ihr die notwendigen Produktionsmittel zur Verfügung stellte. Aber einen halben Hektar von Hand umzugraben, bedeutet drei Monate harter Arbeit - und Zeitverlust für andere Tätigkeiten.

In diesem Dorf, dessen Vorteil es ist, dass eine der wenigen asphaltierten Straßen der Provinz hindurchführt, haben sich die Bauern genossenschaftlich organisiert und „Amis du Kivu“ um einen Traktor gebeten, damit sie bei der beschwerlichen Landarbeit eine Hilfe haben.

„Jetzt ist die Arbeit, für deren Erledigung man vorher drei Monate brauchte, in einer Stunde erledigt – dank des Traktors, den „Amis du Kivu“ für 40 Dollar pro halbem Hektar zur Verfügung stellt!“

Die so gewonnene Zeit verwendet Jeanne für weitere Arbeiten beim Gemüseanbau. Dies bringt ihr zusätzliche Einnahmen, mit denen sie nicht nur den Traktor samt Fahrer mieten, sondern auch ihre Kinder zur Schule schicken kann.

„Dank „Amis du Kivu“ ist das Leben jetzt einfacher“, bekennt Jeanne.

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