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Abb.: Im Fokus der Presse: Änder Schanck (Vorstandsvorsitzender OIKOPOLIS), Minister Fernand Etgen und Volker Manz, Geschäftsführer der BIOG sowie ihrer Molkerei (v.l.n.r.) - noch ohne die obligate Schutzkleidung

Ministerbesuch „Neues rund um die BIOG“

10.5.2016


Ein knappes halbes Jahr, nachdem Luxemburgs erste Bio-Molkerei den Betrieb aufgenommen hat, besuchte Landwirtschaftsminister Fernand Etgen im Mai 2016 die BIOG-Molkerei in Bascharage. Im Anschluss an die dortige Betriebsführung begab sich die Delegation in den Osten des Landes, wo in Munsbach, am Hauptsitz der OIKOPOLIS-Gruppe, zu deren Netzwerk auch die BIOG-Molkerei gehört, weitere Programmpunkte anstanden.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant des dortigen NATURATA Bio Marché ging es zu BIOGROS. Mit dem Schwesterbetrieb des Bio-Einzelhändlers pflegt auch die BIOG-Genossenschaft vielfältige Kooperationen, denn BIOGROS ist mehr als ein Grossist für Biowaren und erfüllt eine Reihe wichtiger Logistikaufgaben, die für die gesamte Wertschöpfungskette unverzichtbar sind.


Bei der Führung durch die Produktionsstätten kommt aus Hygienegründen niemand um Schutzkleidung herum.
Der guten Laune tut das jedoch keinen Abbruch, wie Änder Schanck und der Minister souverän beweisen

Liefern und Lagern, Abfüllen, Verpacken und Verteilen


Von der Verarbeitung bis zur Verteilung spannte sich deshalb der Bogen der Tätigkeiten, die an diesem 3. Mai erklärt und zum Teil auch vorgeführt wurden. Dabei beeindruckten Fachkompetenz und couragierter Einsatz der Molkereigründer und –betreiber ebenso sehr wie die zupackende Mentalität der Luxemburger Bio-Milchbauern, die in einer rundum krisenhaften Situation (internationaler Milchpreisverfall im konventionellen Bereich, grenzüberschreitende „Jagd“ auf die wertvollere und weitgehend preisstabile Biomilch bei gleichzeitig anstehender Neuausrichtung der Verarbeitungswege im eigenen Land) einmal mehr Pioniergeist bewiesen und ihr Schicksal in die eigenen Hände nahmen - mit dem angenehmen „Nebeneffekt“, nun einen höheren Literpreis für ihr „weißes Gold“ zu erzielen als zuvor.

Erwähnt wurde in diesem Zusammenhang aber auch, dass weder die Molkerei selbst noch die hinter ihr stehende BIOG-Genossenschaft absolut alles "eigenhändig" meistert, was mit dem Molkereibetrieb zusammenhängt. Dies ist auch gar nicht nötig, denn der Schwesterbetrieb der BIOG - Logistikprofi BIOGROS, der am selben Tag vom Minister besucht wurde - ergänzt im Transportbereich die Aktivitäten der Genossenschaft. Während diese die Rohmilch durch einen Spezialisten auf den Biohöfen einsammeln und zur Molkerei fahren bzw. den dort nicht zu verarbeitenden Überschuss direkt an eine Bio-Molkerei im nahen Belgien weiterleiten lässt, kommt BIOGROS bei der Distribution der verarbeiteten Biomilch ins Spiel. Mit Unterstützung der Kooperationspartner La Provençale und Linkgel organisiert BIOGROS die Verteilung der abgepackten Biomilch an den Luxemburger Handel. Dieses System belegt, dass die neue Biomolkerei organisatorisch zwischen BIOG und BIOGROS steht und verdeutlicht einmal mehr die positiven Synergien innerhalb des OIKOPOLIS-Netzwerks inklusive seiner externen Partner.

Ministerium will Molkerei begleiten


Von tiefem Respekt geprägt war denn auch die Bilanz, die der Minister nach dieser Tour d’horizon zog. Die Zukunftsfähigkeit und –würdigkeit der BIOG-Molkerei nötigte ihm solchen Respekt ab, dass er sie in einem abschließenden Statement als „futuristisches Projekt“ bezeichnete. Wohlgemerkt als eines, das fest in der Gegenwart verankert werden soll, denn diesen „Meilenstein“ der heimischen Bio-Landwirtschaft will auch das Agrikulturministerium, in dessen Zuständigkeit neben dem Weinbau auch der Verbraucherschutz fällt, markieren helfen. Im Rahmen des Agrargesetzes, so der Ressortleiter, werde sein Haus das Projekt BIOG-Molkerei auch finanziell begleiten. Das sei die neue „Chance für Biobauern“ allemal wert.

„Chance für Biobauern“ als Herausforderung


Nebenbei bemerkt, hat die Rede von den Chancen durchaus auch Schattenseiten. Dies wurde nachmittags bei BIOGROS klar. Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist nämlich so groß, dass das Luxemburger Angebot kaum hinterherkommt. Dies hat vor allem zweierlei Gründe: es fehlt an Bio-Anbauflächen, und es fehlt an Verarbeitungsmöglichkeiten. Im Sinne grenzüberschreitender und großregionaler Kooperationen mag das gut sein, und die OIKOPOLIS-Gruppe, deren Töchter BIOG, BIOGROS und NATURATA ja sind, macht aus dieser Not tatsächlich eine Tugend. Noch besser wäre es aber, die notwendigen Impulse zu geben, um das große Biomarktpotenzial hierzulande mit Initiativen vor Ort ausschöpfen zu können. Diese Herausforderung wurde am ministeriellen Besuchstag deutlich.


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