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Abb.: Ein sehr interessiertes Publikum.

OIKOPOLIS am Dialog: Einführung in die biologisch-dynamische Landwirtschaft

18.3.2016


Am 9. März lud Bio-Lëtzebuerg asbl. zum Tagesseminar auf dem Kass-Haff, und OIKOPOLIS am Dialog zum Abendvortrag mit Vincent Masson ein. Vincent Masson und sein Vater Pierre Masson sind weit über die Grenzen Frankreichs bekannt für die Herstellung von biologisch-dynamischen Präparaten. Sie beraten Demeter- und Bio-Betriebe (vom Gärtner über den Landwirt bis hin zum Winzer), geben weltweit Seminare und Konferenzen, betreiben Forschung und veröffentlichen entsprechende Fachliteratur.

Vincent Masson versuchte den interessierten Zuhörern an einem Tag bzw. einem Abend, die Prinzipien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft näherzubringen. Diese beruhen darauf, die Gesundheit des Bodens, der Pflanzen, der Tiere und der Menschen auf natürliche Weise zu unterstützen. Bei dieser Form der Landwirtschaft machen für Vincent Masson eine gute landwirtschaftliche Praxis und das damit verbundene Wissen des Landwirts 80 % des Arbeitsaufwands aus, die biologische Wirtschaftsweise (EU Bio-VO) 15 % und die Anwendung biodynamischer Methoden nur 5 %. Diese 5 % haben jedoch einen großen Qualitätseinfluss auf die Ergebnisse der Arbeit. Vincent Masson beleuchtete die für ihn, neben Rudolf Steiner, wichtigsten Akteure der bio-dynamischen Landwirtschaft, wie z.B. Lili Kolisko, Ehrenfried Pfeiffer und Alex Podolinsky.

Um den Boden und die Pflanzen zu stärken, werden in der bio-dynamischen Landwirtschaft spezielle Präparate ausgebracht. Zu ihnen zählen z.B. Hornmist (Präparat 500), Hornkiesel (501), Kompostpräparate 502-507, Ackerschachtelhalm 508 und schließlich das Präparat 500 P, ein Hornmistpräparat bestehend aus den Präparaten 500 und 502-507. Vincent Masson beschrieb die Wirkungsweise dieser Präparate und hatte einige davon zur Veranschaulichung mitgebracht.

Die verschiedenen Präparate fördern die Wurzelbildung der Pflanzen, die Fruchtbarkeit der Böden, deren Porosität (500 P) und Wasserkapazität. Sie stärken die Pflanzen (aufrechter Wuchs und aufrechte Blattstellung), werden gegen Pilzerkrankungen eingesetzt (508), verbessern die Nährstoffzusammensetzung und Lagerfähigkeit der Pflanzen bzw. Früchte und fördern sogar deren Verdaulichkeit (501). Durch den Einsatz bio-dynamischer Präparate verändert sich nicht nur die Bodenstruktur, sondern die komplette Zusammensetzung der Böden.

Bei der Herstellung, dem Zeitpunkt des Ausbringens und bei der Lagerung der Präparate gibt es einiges zu beachten, damit die Präparate ihre volle Wirkung entfalten können. Hierbei spielen auch die kosmischen Kräfte und der Stand der Planeten eine Rolle. Bei der Wahl des Pflanzguts und der Tiere muss schließlich darauf geachtet werden, dass sie an die Gegebenheiten der Region angepasst sind.

Ergebnisse von Bodenuntersuchungen und Vergleichsbilder veranschaulichten die positiven Effekte der biodynamischen Präparate auf die Wurzelbildung der Pflanzen und den Humusaufbau im Boden. Obwohl die Qualität der Pflanzen und Früchte zunimmt (festere Struktur, wertvolle Inhaltsstoffe…) kann der Ertrag jedoch nicht durch die Anwendung der Präparate gesteigert werden.

Welche Auswirkungen der Einsatz bio-dynamischer Präparate auf die Böden und auf die Pflanzen hat, lässt sich bereits nach einigen Monaten feststellen. So nimmt die CO2-Speicherkapazität der Böden erheblich zu. Eine Tatsache, die übrigens ein wertvoller Lösungsansatz zur CO2-Fixierung ist!

Vincent Masson, empfiehlt Betrieben, die auf bio-dynamische Bewirtschaftung umstellen wollen, zunächst Versuchsflächen anzulegen. Werden nur auf einem Teil der Flächen Präparate ausgebracht, wird bereits einige Monate später ein Vergleich möglich, der schlussendlich die Wirksamkeit der Präparate belegen kann.

Da die biologisch-dynamische Landwirtschaft sehr komplex und weder an einem Tag, geschweige denn in zwei Stunden erklärt werden kann, wird Bio-Lëtzebuerg das Thema auch in Zukunft wieder aufgreifen. Wer bis dahin mehr zum Thema Biodynamie erfahren möchte, findet auf der Homepage von „Biodynamie Service“ entsprechende Fachliteratur und kann sich durch Vorträge von Vincent und Pierre Masson durchklicken: Link