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Abb.: Uwe Greff

OIKOPOLIS am Dialog: Verantwortung übernehmen für die Bio-Landwirtschaft

26.11.2015


Uwe Greff, Vorstandsmitglied der BioBoden Genossenschaft, erklärte im Rahmen der Veranstaltungsreihe OIKOPOLIS am Dialog, wie in Deutschland engagierte und Bio-interessierte Bürgerinnen und Bürger helfen können, die regionale Bio-Landwirtschaft zu unterstützen, Bio-Ackerflächen zu bewahren und zu vergrößern.


Das Problem mit der regionalen Bio-Landwirtschaft

Viele Konsumenten entscheiden sich mittlerweile für Nahrungsmittel aus biologischer und biodynamischer Erzeugung. Auffällig ist jedoch, dass nur ein geringer Anteil dieser Lebensmittel regional produziert wird. Dieser Prozentsatz nimmt zudem ständig ab: die Nachfrage an Bio-Lebensmitteln steigt, doch die regionale Bio-Produktion stagniert.

Vielen Bio-Landwirten geht es nämlich gar nicht so gut, wie man vielleicht annehmen könnte. Viele haben ihre Belastungsgrenze erreicht, geben ihre Höfe auf, finden keine Nachfolger oder haben schlichtweg keine finanziellen Mittel, um ihre Flächen zu vergrößern. Von romantischen Bildern, die uns in bunten Zeitschriften zum Thema Landbau vermittelt werden, sollten wir uns also distanzieren, denn sie gaukeln eine Idylle vor, die in Wirklichkeit nicht existiert. Es heißt, die Augen aufzumachen für die wahren Bedürfnisse der Landwirte die unsere Bio-Lebensmittel produzieren.


Verantwortung übernehmen

Auch wenn eine große Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten besteht – ohne gezielte Unterstützung der Landwirte kann die Bio-Landwirtschaft nicht wachsen und mehr regionale Bio-Lebensmittel auf den Markt bringen. Durch die BioBoden Genossenschaft kann aber mittlerweile jeder engagierte Verbraucher selbst Verantwortung übernehmen und so seinen Teil zum Erhalt und zur Erweiterung der Bio-Landwirtschaft beitragen.


Unterstützung für die Bio-Landwirte

Teilt man die weltweit zur Verfügung stehende Anbaufläche durch die Anzahl der Menschen auf der Erde, stehen jedem von uns etwa 2000 m2 Ackerfläche zur Verfügung, die zur eigenen Versorgung ausreichen müssten. Der wirkliche Bedarf liegt in den Industrieländern jedoch viel höher – vor allem durch den hohen Fleischkonsum. Tritt man der BioBoden Genossenschaft bei, kann man durch die Übernahme von beispielsweise drei Geschäftsanteilen à 1000 € für „seine“ 2000 m2 finanziell aufkommen (Berechnung auf Basis Deutscher Bodenpreise). Mit diesem Geld kauft die Genossenschaft nämlich Böden für Bio-Bauern, die ihre Höfe vergrößern wollen, oder aber für Jungbauern, denen die finanziellen Mittel zum Aufbau und Erhalt eines Bio-Bauernhofs komplett fehlen. Die Genossenschaft verpachtet dieses Land dann an die Landwirte und unterstützt sie aktiv bei der Erledigung der administrativen Arbeit, die der Aufbau oder Ausbau des Hofes mit sich bringt.


Gemeinsam zum Ziel

Die BioBoden Genossenschaft versucht, den Konsumenten die Landwirtschaft wieder näherzubringen und auf die Lage der Bio-Landwirte aufmerksam zu machen. Ohne die Hilfe der Konsumenten gibt es nämlich nicht viele Möglichkeiten, die Lage der Bio-Landwirte in Deutschland zu verbessern. Warum sollte aber auch nicht einer dem anderen helfen? Der Konsument ist schließlich auf den Landwirt angewiesen, wenn er weiterhin regionale und hochwertige Bio-Lebensmittel konsumieren will. Als Genossenschaftsmitglied der BioBoden Genossenschaft kann jeder die Bio-Landwirtschaft unterstützen und dem Verlust weiterer Bio-Bodenfläche entgegenwirken. Bei der stets wachsenden Nachfrage an Bio-Lebensmitteln ist schließlich jeder Hektar, der der Bio-Landwirtschaft verloren geht, ein spürbarer Verlust.


Weitere Informationen unter www.bioboden.de.