Aktuelles

Abb.: Geballte Bio-soziale Power (v.l.n.r.): Wolfgang Heck (Gründer Taifun-Tofuprodukte und Geschäftsführer Life Food GmbH), Georg Willeit (Geschäftsführer Lebenshilfe Tirol), Änder Schanck (BIOG-Gründer und OIKOPOLIS-Geschäftsführer)

"Bio ist nicht genug"

14.11.2014


Änder Schanck auf internationaler Pressekonferenz zur Gemeinwohl-Ökonomie


Im November 2014 vertrat OIKOPOLIS-Geschäftsführer Änder Schanck die Betriebe der OIKOPOLIS-Gruppe (v.a. BIOG, BIOGROS, NATURATA) auf dem Podium einer internationalen Pressekonferenz zum Thema „Mit Ethik zum Erfolg – Mittelstand entdeckt Gemeinwohl-Bilanzierung“. Dabei stellte sich ein halbes Dutzend Repräsentanten mittelgroßer Betriebe und Institutionen den Fragen der anwesenden Journalisten und interessierten Kollegen weiterer mittelständischer Betriebe.

Ebenso wie die geladenen Podiumsgäste kamen diese aus ganz verschiedenen Branchen, wenn auch soziale und edukative Einrichtungen sowie Produzenten und „In-Verkehr-Bringer“ ökologischer Lebensmittel einen wohl nicht ganz zufälligen Schwerpunkt bildeten. Bei derartigen Einrichtungen liegt ein dem Gemeinwohl dienendes Engagement schon deshalb nahe, weil ihr Unternehmenszweck ja per definitionem nicht-materielle Ziele ins Zentrum ihres Handelns stellt.

„Wer, wenn nicht wir?“ fragte deshalb Georg Willeit zurück, als er gefragt wurde, warum die Lebenshilfe Tirol, deren Geschäftsführer er ist, ihren Erfolg neuerdings nicht nur finanziell bilanziere. Immerhin biete die Sozialorganisation Menschen mit besonderen Herausforderungen Unterstützung und „Begleitung mit Herz“ und sei insofern schon satzungsgemäß gemeinnützig.

„Durch Bio gut positioniert“


Ähnlich formulierte es Änder Schanck. Die ökologische Landwirtschaft, in der die Betriebe der OIKOPOLIS-Gruppe verwurzelt sind, bringe ein Engagement für das Gemeinwohl zumindest teilweise mit sich. „Durch Bio waren wir hier von Haus aus gut positioniert“, resümierte er, „denn die biologische Landwirtschaft schützt zum Beispiel das Grundwasser, also ein wichtiges Gemeingut“. Im gleichen Atemzug betonte er aber auch, der Schutz der natürlichen Umwelt reiche längst nicht aus:„In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass „bio“ alleine nicht alles abdeckt, was wir mit unserem unternehmerischen Handeln anstreben und erreichen wollen“.

Deshalb habe die OIKOPOLIS-Gruppe die Zusammenarbeit mit einem Forschungsinstitut gesucht (dem Centre de Recherche Public Henri Tudor) und im Rahmen eines EU-Interreg-Projekts eine umfassende Nachhaltigkeits-Messung der OIKOPOLIS-Betriebe initiiert. „Dabei kamen verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit zum Tragen. Seitdem beschäftigt uns die Suche nach der bestmöglichen Methode, soziale Aspekte der Nachhaltigkeit zu kontrollieren und zu dokumentieren.“ Konventionelle Programme, mit denen leider oftmals „Greenwashing“ betrieben werde, hätten dabei ebenso wenig gepasst wie bewährte Bio-Labels, die soziale Aspekte nicht ausreichend beachteten.

„Keine Trophäe, sondern Instrument der Selbstbefragung“


Das allgemein und kostenfrei zugänglich Vortrags- und Seminarprogramm „OIKOPOLIS am Dialog“ habe jedoch immer wieder alternative Wirtschaftsmodelle öffentlich vorgestellt und zur Diskussion gestellt, so erklärte Änder Schanck in Frankfurt. In diesem Rahmen sei schon 2012 der österreichische Publizist Christian Felber als Referent aufgetreten. So habe der persönliche Kontakt zum Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie die Aufmerksamkeit der OIKOPOLIS-Betriebe auf diese Bewegung gelenkt.

Das kürzlich erstmals erhaltene Gemeinwohl-Zertifikat sei jedoch für die OIKOPOLIS-Gruppe weit „mehr als eine Trophäe wie z.B. das Demeter-Label“, denn es habe einen Prozess angestoßen und diene der kritischen Selbstbefragung.


Lesen Sie hier das Interview mit Änder Schanck zur Gemeinwohl-Orientierung der OIKOPOLIS-Betriebe im Wortlaut.

Ausführlicher Pressebericht über die Mittelstands-Konferenz zur Gemeinwohl-Ökonomie