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Abb.: Die Teilnehmer der PK in Frankfurt (v.l.n.r.): Georg Pehm (FH Burgenland), Alfons Graf und Wolfgang Heck (Life Food GmbH), Georg Willeit (Lebenshilfe Tirol), Christian Felber (Gemeinwohl-Ökonomie), Änder Schanck (OIKOPOLIS), Heinrich Kronbichler (WBS Training AG), Marcus Stadler (satis&fy AG) - Foto: GWÖ

OIKOPOLIS: "Mit Ethik zum Erfolg"

14.11.2014


„Mit Ethik zum Erfolg – Mittelstand entdeckt Gemeinwohl-Bilanzierung“. Unter diesem Motto haben am 12. November sechs mittelständische Unternehmen aus Deutschland, Österreich und Luxemburg in Frankfurt am Main bei einer gemeinschaftlichen Pressekonferenz ihr Engagement im Sinne der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) vorgestellt. Mit dabei: die OIKOPOLIS-Gruppe mit Hauptsitz in Munsbach, auf dem Podium vertreten durch ihren Geschäftsführer Änder Schanck.

Als erstes Luxemburger Unternehmen wurde die OIKOPOLIS-Gruppe Ende Oktober nach den Regeln der Gemeinwohl-Ökonomie zertifiziert. Ein offizielles Testat bestätigt nunmehr ihre Gemeinwohl-Orientierung. Dabei wurden 633 von 1.000 möglichen Punkten erreicht.

Im internationalen Vergleich ist dies ein außergewöhnlich hoher Einstiegswert. Dennoch bleibt genügend Optimierungspotenzial offen, dem die innerbetriebliche Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit / Gemeinwohl“ sich nun mit erneuertem Elan zuwenden wird.

Messbar, vergleichbar, verbindlich, transparent


Doch die Bilanzierung der Gemeinwohlorientierung gemäß der vorliegenden, allgemein verbindlichen Gemeinwohl-Matrix ist für die OIKOPOLIS-Betriebe mehr als ein willkommenes Instrument zur Selbstreflektion. Sie macht Gemeinwohlorientierung anhand standardisierter Fragestellungen und Bewertungen messbar und vergleichbar. So unterscheidet sie sich von wohlfeilen, aber relativ beliebigen „Sozial-Labels“, mit denen immer mehr Betriebe werben. Transparenz ist deshalb ein weiterer Anspruch der nicht-finanziellen Bilanzierung des Unternehmenserfolgs gemäß Gemeinwohl-Matrix: nach der externen Prüfung muss das Ergebnis in verständlicher Form veröffentlicht werden.

Sowohl der kurze Prüfbericht („Testat“) der externen Auditoren als auch die auf seiner Basis zu erstellende ausführliche Gemeinwohl-Bilanz orientieren sich deshalb Punkt für Punkt an den 17 Hauptfragen der Gemeinwohl-Matrix. Diese überprüft den Umgang des jeweiligen Unternehmens mit seinen „Berührungsgruppen“ – vom Lieferanten über Mitarbeiter und Kunden bis hin zum gesellschaftlichen Umfeld. Dabei wird analysiert und bewertet, inwiefern im Umgang mit diesen Gruppen die zentralen Gemeinwohl-Werte berücksichtigt und gefördert werden: Menschenwürde, Solidarität, Ökologische Nachhaltigkeit, Soziale Gerechtigkeit sowie Demokratische Mitbestimmung & Transparenz.

OIKOPOLIS: „der solidarische Sinn fürs Ganze“


Die OIKOPOLIS-Gruppe hat sich seit Gründung ihres Mutterbetriebs, der Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg (BIOG), die zentralen Leitwerte Ökologische Nachhaltigkeit und Solidarität auf ihre Fahne geschrieben, die nach und nach zu einem differenzierten Leitbild aufgefächert wurden. Dabei blieb der „solidarische Sinn fürs Ganze“ stets Zielvorstellung und Wegweiser des unternehmerischen Handelns der OIKOPOLIS-Gruppe. Dies betonte Änder Schanck, Geschäftsführer der Gruppe, auch bei der internationalen Pressekonferenz in Frankfurt.

Diesem Unternehmensleitbild der OIKOPOLIS-Gruppe kommt die Gemeinwohl-Bilanz mit ihren genannten Kernwerten wesentlich näher als andere Ansätze, die es bislang in Richtung „CSR“ (Corporate Social Responsability = Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung) gab. Deshalb hat die OIKOPOLIS-Gruppe sich bereits 2013 entschieden, eine erste Selbstbewertung nach den Regeln der Gemeinwohl-Matrix vorzunehmen. Nun ist sie bei einem wichtigen Zwischenschritt angelangt: das Resümee der externen Auditierung liegt vor, ein ausführlicher Bericht wird voraussichtlich Anfang 2015 erscheinen.

Mehr Info:

- Über die Gemeinwohl-Ökonomie
- Über Motivation und Perspektiven der Gemeinwohl-Bilanzierung in der OIKOPOLIS-Gruppe (Interview mit Änder Schanck)