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Abb.: "Sämchen für die Zukunft" oder: Zukunft säen mit Gemeinwohl-Orientierung

OIKOPOLIS-Gruppe erhält Gemeinwohl-Testat

28.10.2014


Externer Prüfbericht bestätigt Gemeinwohl-Orientierung der Gruppe


Was lange währt, ist nunmehr offiziell: die Gemeinwohl-Orientierung der OIKOPOLIS-Gruppe Luxemburg wurde in einem mehrstufigen Auditierungsprozess von externen Fachleuten geprüft und bestätigt. 633 von 1.000 möglichen Punkten haben die OIKOPOLIS-Betriebe (BIOG, BIOGROS, NATURATA u.a.) dabei erhalten und gelten damit innerhalb der Gemeinwohl-Bewegung als „vorbildlich“.

Nachzulesen ist dies zunächst in einem Zertifikat, das die Administration der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) auf Basis eines Rasters erstellt hat, das in einem demokratischen Prozess mit zahlreichen Interessenten erarbeitet wurde. 17 Hauptindikatoren werden darin aufgelistet – und zu jedem einzelnen gibt es drei oder vier Unterpunkte. Eine ausführliche Darstellung ist in Vorbereitung: Voraussichtlich Anfang 2015 wird die OIKOPOLIS-Gruppe eine Gemeinwohl-Bilanz publizieren, die die den vorliegenden Prüfbericht integriert. Die standardisierten Indikatoren des Gemeinwohls werden auch diese Bilanz strukturieren.

Sie reichen vom „ethischen Beschaffungsmanagement“ über Führungsformen, Personalwesen und Mitarbeiterbeteiligung bis zur Selbstdarstellung in Kundenansprache und Werbung. So werden sämtliche Aspekte ökologischer und ökonomischer, sozialer und geistiger Nachhaltigkeit, die das unternehmerische Handeln der OIKOPOLIS-Betriebe charakterisieren, einzeln evaluiert. Dies ermöglicht einen objektivierbaren Überblick über die Auswirkungen, die die Aktivitäten der OIKOPOLIS-Gruppe auf das regionale (natürliche und menschliche) Umfeld der Betriebe hat.

Alternatives Wirtschaften: Rückgriff auf Gründungsideale

Für die Verantwortlichen der OIKOPOLIS-Gruppe hat diese Zertifizierung durch externe Auditoren den entscheidenden Vorteil, dass sie eine Standortbestimmung ermöglicht, die die Wertorientierung des eigenen Handelns mit der Ausrichtung anderer, auch branchenfremder, Betriebe vergleichbar macht. Die betriebsinterne Selbstreflektion erhält durch diese Spiegelung von außen eine neue Dimension, und die Suche nach weiteren Optimierungspotenzialen wird erleichtert.

Dadurch bekommt die Ausdifferenzierung des Unternehmensleitbilds mit den Eckpunkten Agri-Kultur, Faire Zusammenarbeit, Soziales Miteinander und Bildung noch mehr Dynamik. Die Leitwerte, welche bereits die Gründung der Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg (BIOG) vor 25 Jahren begleiteten (ökologische Landwirtschaft, Solidarität und Kooperation), tragen das gesamte Netzwerk, das sich aus der BIOG heraus entwickelt hat, weiter in die Zukunft.
Für die OIKOPOLIS-Gruppe bot sich das Evaluierungssystem der Gemeinwohl-Ökonomie als Analysewerkzeug und Dokumentationsmethode an, weil viele Aspekte der GWÖ schon zuvor integraler Bestandteil der OIKOPOLIS-Philosophie waren. Die Deklination der einzelnen Gemeinwohl-Indikatoren gleicht deshalb streckenweise einer Ausdifferenzierung des Leitbilds der OIKOPOLIS-Gruppe. Es gibt aber auch konzeptionelle Ansätze, durch die die OIKOPOLIS-Gruppe sich von der aktuellen Gemeinwohl-Matrix unterscheidet. Umso mehr freuen sich alle OIKOPOLIS-Mitarbeiter, die in einer betriebsübergreifenden Arbeitsgruppe weiter mit dem Thema befasst bleiben, dass die vorliegende GW-Matrix einer ständigen Weiterentwicklung unterliegt.

Als „Pionierbetrieb der Gemeinwohl-Ökonomie“ ist die OIKOPOLIS-Gruppe aktives Mitglied einer internationalen Bewegung, die in einem ergebnisoffenen Prozess daran arbeitet, ein alternatives, solidarisches und soziales Wirtschaftssystem zu etablieren. In Luxemburg ist die OIKOPOLIS-Gruppe damit absoluter Vorreiter, doch mit bald 8.000 UnterstützerInnen weltweit wächst die Gemeinwohl-Bewegung ständig weiter.

Auch eine Luxemburger Regionalgruppe unabhängiger Privatpersonen arbeitet sich seit einigen Monaten in die Grundlagen der Gemeinwohl-Ökonomie ein. Neben Unternehmen zählen nämlich auch Gemeinden, Vereine, Privatpersonen und PolitikerInnen zum internationalen Unterstützerkreis einer Idee, die immer konkreter wird, je mehr Anhänger sie gewinnt, die von der Theorie zur Praxis schreiten. Angesichts der vielfältigen Krisen, die die gegenwärtige Form des Wirtschaftens heraufbeschworen hat – von Massenarbeitslosigkeit und Finanzblasen bis Umweltverschmutzung, Energiekrise und Ressourcenvernichtung – wäre ein derartiger Bewusstseinswandel jedenfalls im Sinne aller, mit anderen Worten: im Sinne des Gemeinwohls.

Weiterlesen

Am 27. Oktober 2014 ging das GW-Testat am OIKOPOLIS-Sitz in Munsbach ein. Schon jetzt können Sie diese Darstellung in tabellarischer Form nachlesen (s.u.). Ein ausführlicher Gemeinwohl-Bericht der OIKOPOLIS-Gruppe wird voraussichtlich Anfang 2015 in Form einer Printbroschüre erscheinen und zeitgleich auch zum Download angeboten.

Fragen, Anmerkungen und Kritik zur Gemeinwohl-Bilanz der OIKOPOLIS-Gruppe sind im Sinne konstruktiver Weiterentwicklung ausdrücklich erwünscht. Bitte richten Sie entsprechendes Feedback an den Projektleiter der OIKOPOLIS-Gemeinwohl-Gruppe: clemens.lageder@oikopolis.lu.


- Gemeinwohl-Testat der OIKOPOLIS-Gruppe (Oktober 2014)

- OIKOPOLIS-Berichte zum ersten Besuch des GWÖ-Initiators Christian Felber im OIKOPOLIS-Zentrum Luxemburg:

Presseinformation: "Die Sorge ums Gemeinwohl nicht der Politik überlassen"

Aktualität: "Leitwert Gemeinwohl"

- Presseecho auf den zweiten Auftritt Christian Felbers im OIKOPOLIS-Zentrum:

Tageblatt vom 23.05.2014: "Geiz ist nicht geil"

Luxemburger Wort vom 24.05.2014: "Für eine alternative Wirtschaft"

- Homepage der GW-Bewegung

OIKOPOLIS Linkliste Gemeinwohl-Ökonomie (eigene Artikel und Luxemburger Presse)