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Abb.: Tobias Bandel beim Vortrag in Münsbach

Rückblick: Kompost und Carbon Credits

12.2.2013


Kompostieren hilft – dem Boden, den lokalen Bauern, Verbrauchern vor Ort, aber auch den Erzeugern von Treibhausgasen, denn sie können den Emissionsausgleich aktiv fördern. Über diese Zusammenhänge sprach Tobias Bandel, Managing Partner von Soil & More International, am 23. Januar 2013 im OIKOPOLIS Zentrum Münsbach.

„In einer Welt mit wachsender Nachfrage und schrumpfenden Ressourcen können wir uns gar nichts anderes erlauben, als immer nachhaltiger zu werden“, unter diesem Motto stand der Vortrag, in dem Tobias Bandel auch auf die berühmte „Nachhaltigkeitsblume“ verwies. Sie gruppiert die Indikatoren für das Maß der Nachhaltigkeit – Boden, Wasser, Luft, Pflanzen, Tiere, Energie – wie Blütenblätter um die zentralen Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

Erkenntnis ist „angekommen“

Nicht nur der Nachhaltigkeitsindikator Boden steht, wie der Name schon verrät, im Zentrum von „Soil & More“ (dt.: „Boden und mehr“). Auch der Kernwert Solidarität wird bei „Soil & More International“ in verschiedenen Varianten durchdekliniert – und zwar länderübergreifend. Mit seinem Know-How hat Bandel weltweit schon viele, ganz unterschiedliche, Kunden beraten – von Kleinbauern in sogenannten Entwicklungsländern bis zu internationalen „Multis“, global agierenden Industriekonzernen.

In Münsbach betonte Bandel, dass mittlerweile auch bei Großunternehmen, die sich bislang nur wenig um Nachhaltigkeit gekümmert hätten, ein Gesinnungswandel eingesetzt habe. Eine zentrale Erkenntnis sei inzwischen „angekommen“: Dass ein besserer Boden und eine nachhaltigere Landwirtschaft mittel- und langfristig geringere Kosten nach sich ziehen als ein kurzfristig intensiv ausgebeutetes Terrain.

Hier komme „Soil and More“ als Berater ins Spiel, denn das erklärte Ziel der Firma sei es, von der Erosion bedrohte Böden wieder fruchtbar zu machen. Dabei verfolge man, so Bandel, zum einen den Ansatz, durch Fruchtwechsel Böden auf natürliche Art anzureichern bzw. sie gar nicht erst (z.B. durch Monokulturen) einseitig auslaugen zu lassen. Zum anderen priorisiere man den Verzicht auf Kunstdünger, weil dieser die Böden auf Dauer unbrauchbar mache. Alternativ setze man auf den Einsatz von Kompost – wohlgemerkt im Zusammenhang mit den neuesten Forschungsergebnissen. Das „Management von Kompostierungsprozessen“ und deren ständige Weiterentwicklung seien die Spezialität von „Soil & More“. In wissenschaftlichen Studien und Versuchen habe die Firma den Wirkungsgrad von Kompost schon erstaunlich optimiert. Das Ergebnis: ausgelaugte Böden werden mittels Kompost reaktiviert, desertifizierte Landstriche urbar gemacht. Selbst auf der kargen Halbinsel Sinai habe man so ganze Landstriche für den Anbau von Feldfrüchten erschlossen.

CO2-neutrale Produktion ist möglich

Hierzulande sei ein anderes, nicht minder erstaunliches Phänomen möglich: im Biolandbau könne man durch eine Umstellung der internen Wertschöpfungsketten im Idealfall eine – bei allem Einsatz zeitgemäßer Maschinen – EINE CO2-neutrale Gesamtbilanz erreichen. Mit anderen Worten: die optimale Nutzung natürlicher Ressourcen ermögliche es dem Betrieb, ein internes Gleichgewicht herzustellen.

Aber auch in Industriestaaten und/oder landwirtschaftsfernen Branchen profitiere man vom Kompostmanagement, u.a. durch eine Entlastung von Natur und Umwelt, die der Verzicht auf Chemiedünger mit sich bringe. Hinzu komme die Bindung großer Mengen von Kohlendioxid durch die auf den fruchtbar gemachten Flächen kultivierten Pflanzen. Solche Entwicklungen aktiv zu unterstützen, sei dank „Carbon Credits“ ganz einfach. Man müsse beileibe nicht selbst im Biolandbau tätig sein, um CO2-neutrale Produktion zu fördern.

Treibhausgase binden und dafür Punkte sammeln

„Carbon credits“, auf Deutsch etwas umständlich als „zertifizierte Emissionsreduktionen“ bezeichnet, sind spezielle Zertifikate, die Unternehmen erhalten, wenn sie durch Investitionen in entsprechende Projekte Treibhausgasemissionen reduzieren können. Beschrieben werden Sinn und Zweck der „Carbon credits“ in der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen United Nations Framework Convention on Climate Change = UNFCC). Vergeben werden sie von eigens dafür von unabhängiger Seite zugelassenen Firmen. Auch „Soil & More“ darf kraft eines solchen Zertifikats „Carbon credits“ vergeben. Ein Carbon Credit entspricht einer Emissionsreduktion von einer Tonne Kohlendioxid. Immer mehr Unternehmen nutzen die Möglichkeit, auf diesem Wege einen Ausgleich zu dem Ausstoß von Kohlendioxid zu schaffen, das sie selbst trotz energieoptimierter Wertschöpfung immer noch produzieren.