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Bio-Agrar-Präis 2012: Münsbach lag gleich zweimal vorn

27.11.2012


Bei einer Feier im Naturkundemuseum der Hauptstadt wurde am 15. November das "Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur Lëtzebuerg" IBLA mit dem "BIO-Agrar-Präis 2012" geehrt. Das ebenfalls unter dem Dach von OIKOPOLIS I – direkt gegenüber dem Münsbacher NATURATA-Zentrum – angesiedelte "Äppelhaus" wurde bei der Preisverleihung lobend erwähnt.

IBLA übernimmt die Staffel von BIOG

Der "BIO-Agrar-Präis" wird seit 2009 alljährlich vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Entwicklung des ländlichen Raumes Luxemburg vergeben. Er ist mit 4.000 Euro dotiert und versteht sich als Förderpreis für Verdienste im Bereich der biologischen Landwirtschaft in Luxemburg. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, Organisationen und Betriebe, die im Bereich der biologischen Landwirtschaft (Produktion, Verarbeitung, Handel, Forschung, ONG u.a.) tätig sind, oder die besondere Leistungen für die biologische Landwirtschaft in Luxemburg erbracht haben. Betriebe müssen bei der Kontrollbehörde für Biologische Landwirtschaft (ASTA) in Luxemburg gemeldet sein.

Die jeweils vom Landwirtschaftsminister veröffentlichte Ausschreibung steht unter wechselnden Schwerpunktthemen, die eine zehnköpfige Jury festlegt. 2012 ging es um "Projekte mit Innovationscharakter in den Bereichen Technik, Soziales, Ökonomie oder Handel". Unter den fünf fristgerecht eingereichten Bewerbungen gefiel der zehnköpfigen Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaftsministerium, Bio-Anbauverbänden, Landwirtschafts-, Handwerks- und Handelskammer, Natur- und Umwelt- sowie Konsumentenschutz ("Haus vun der Natur" bzw. UCL) sowie von der Ackerbauschule Ettelbrück das Projekt LegoLux am besten.

Es untersucht in groß angelegten Feldversuchen samt begleitender Umfrage die "Anbauwürdigkeit von Körnerleguminosen als regionales Futtermittel im biologischen Anbau in Luxemburg". Das Ziel ist dabei, den Anbau von Körnerleguminosen aus gleich zweierlei Gründen zu stärken bzw. wiederzubeleben. Zum einen könnten die eiweißreichen Hülsenfrüchte die künftige Proteinversorgung landwirtschaftlicher Nutztierbetriebe erleichtern, zum andern verbessert die von den Leguminosen bewirkte Stickstoffanreicherung den Boden.

Üblicherweise müssen Eiweißfuttermittel bislang importiert werden. In seiner Ansprache zur Preisverleihung betonte Landwirtschaftsminister Romain Schneider denn auch, die Ergebnisse des vom IBLA mit seinen Projektpartnern Uni Kassel und BIOG durchgeführte Forschungsvorhaben sei auch für Landwirte von Interesse, die nicht selbst Körnerleguminosen anbauen wollten. Jeder Betrieb, der die Einfuhr von Soja als Viehfutter verringern wolle, werde von dem Projekt profitieren.

Die Luxemburger "Bio-Bauere-Genossenschaft" BIOG wurde im Kontext der Preisverleihung gleich zweimal erwähnt. Neben ihrer Unterstützung des IBLA-Projekts LegoLux kam der Genossenschaft an diesem Abend noch die Rolle des "Amtsvorgängers" zu. 2011 war nämlich die BIOG selbst mit dem BIO-Agrar-Präis geehrt worden. Dieser stand im Vorjahr unter dem Motto "Vermarktung von luxemburgischen Bio-Produkten".

"Mention spéciale" für "Äppelhaus"

Auch wenn weitere Bewerber um den diesjährigen "BIO-Agrar-Präis" aus anderen Landesteilen kamen – Petingen, Ettelbrück und Ehnen waren vertreten –, bleibt Münsbach mit seiner geballten Ansiedlung ähnlich ausgerichteter Organisationen und Betriebe eine Hochburg des ökologischen Landbaus und nachhaltigen Wirtschaftens. Dies wurde neben der Verleihung des Hauptpreises deutlich. Laut den Statuten des "BIO-Agrar-Präis" steht es der Jury frei, noch weitere Anerkennungen ("mentions spéciales") auszusprechen. 2012 nutzten die branchenkompetenten Repräsentanten, die übrigens per Verleihungsreglement selbst von der Preisverleihung ausgeschlossen sind, diese Möglichkeit, um das "Äppelhaus" lobend zu erwähnen.

Das "Äppelhaus" befindet sich keineswegs zufällig im Gewerbegebiet "Parc d’activité Syrdall". Schließlich ist das Syrdall ein traditionelles Hochstammobstanbaugebiet. 1998 von acht Bongerten-Freunden mit dem Ziel, diese Hochstammobstwiesen zu erhalten, gegründet, wurde die aktuelle Vizerei im Jahre 2000 zusammen mit dem OIKOPOLIS-Gebäude I errichtet. Ein halbes Dutzend Jahre später beteiligte sich die nun unter dem gleichen Dach beheimatete Bio-Bauere-Genossenschaft BIOG an der Äppelhaus s.à.r.l. Schon vorher hatte sich die beiderseitige Zusammenarbeit bewährt, und das gilt auch heute noch.


Stéphanie Klaedtke und Steffi Zimmer vom IBLA freuen sich mit Minister Romain Schneider, Jurypräsidentin Monique Faber (ASTA) und den zwei Vertretern des "Äppelhaus"