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Abb.: Österreichs Biobauern im Oikopolis-Zentrum

Besuch vom Bio-Europameister

30.10.2012


Am 28. und 29. September war eine Gruppe von 45 oberösterreichischen Biobäuerinnen und –bauern zu Besuch in Luxemburg – im Rahmen einer wohl geplanten Studienreise. Geleitet wurde die Exkursion von Joseph Gruber von bio-Austria, den mit Raymond Aendekerk, IBLA Luxemburg, seit dem gemeinsamen Studium der Landwirtschaft in Wien eine lange berufliche Freundschaft verbindet.

In Oberösterreich gibt es Regionen, z.B. das Mühlviertel, mit bis zu 30% Biolandwirtschaft. Das Interesse an der Biolandwirtschaft im Großherzogtum kam also von berufener Seite. Zudem gilt die Alpenrepublik seit einem im vergangenen Juni in Brüssel veröffentlichten Sonderbericht des EU-Rechnungshofes als Europameister in Sachen „Bio“. Nirgendwo sonst in der Union war der Anteil von Bio-Anbauflächen in der Landwirtschaft im Untersuchungszeitraum (2009) höher als in Österreich: mit 18,5% lässt das Land den Zweitplatzierten (Schweden: 12,6 %) weit hinter sich. Auch beim Umsatz von Bio-Lebensmitteln und –Getränken liegt Österreich vorn. Zwar gingen dort 2009 „nur“ Bio-Waren im Wert von 870 Millionen Euro über den Ladentisch, während es der deutsche Nachbar im selben Jahr auf sagenhafte 5,8 Milliarden Euro Bio-Umsatz brachte, doch gemessen an der Einwohnerzahl ist Österreich einsame Spitze. In keinem anderen EU-Land wurden 2009 mehr Bio-Lebensmittel pro Kopf verkauft als in Österreich.

Luxemburg hat in dieser Hinsicht noch Entwicklungspotenzial. Dennoch konnten die österreichischen Gäste von ihrem Besuch im Großherzogtum nach eigenem Bekunden interessante Anregungen mitnehmen. Dies zeigte sich schon am ersten Tag während ihres Besuches im OIKOPOLIS, wo dessen Geschäftsführer Änder Schanck zusammen mit Raymond Aenderkerk vom IBLA – Institut fir biologësch Landwirtschaft an Agrarkultur – die Infrastrukturen des OIKOPOLIS –Zentrums zeigten und den strukturellen Aufbau der gesamten OIKOPOLIS-Gruppe erläuterten.

Zahlreiche Nachfragen kamen dabei u.a. zu den in der OIKOPOLIS-Gruppe praktizierten Rundtisch-Gesprächen mit allen Partnern der Wertschöpfungskette und zu den speziellen Eigentumsformen, bei denen die Biobauern zwar nicht alleine, aber maßgeblich an der gesamten OIKOPOLIS-Gruppe beteiligt sind.

Abgerundet wurde der erste Tag durch ein improvisiertes Konzert des Violinisten-Maler-Aktionskünstlers Mihai Pocacnik, der zufällig auch im Hause weilte. Seinen Abschluss fand der Besuch anderntags mit einer Hofbesichtigung bei Arend Guy in Petingen, einem Luxemburger Bio-Bauern der ersten Stunde, und einem schmackhaften Mittagessen im Naturata-Restaurant Münsbach.